• Klosterkirche im Weltkulturerbe
  • Eine der schönsten Backsteinkirchen Lübecks
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  • Eine der schönsten Backsteinkirchen Lübecks
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Die Katharinenkirche

St. Katharinen, die Kirche des ehemaligen Franziskanerklosters gehört zu den schönsten Backsteinkirchen der Stadt.

Die zwischen 1300 und 1360 errichtete Katharinenkirche stellt einen Höhepunkt der sakralen Architektur in Lübeck dar. Der lichtdurchflutete Backsteinbau war einst das Zentrum der Franziskaner im gesamten Ostseeraum. Bis 1531 diente St. Katharinen als Klosterkirche des Bettelordens, bis ins 18. Jahrhundert als Grablege, heute ist sie Museumsraum und Schulkirche des Katharineums.

Die innere Architektur der Kirche

Das hohe lichte Mittelschiff mit seinen großen Fenstern birgt eine für Franziskanerkirchen ungewöhnliche architektonische Besonderheit, einen zweigeschossigen Chor: Abgetrennt durch den Lettner mit einer bedeutenden Triumphkreuzgruppe (um 1450) liegt ebenerdig unter Säulenstellungen der Unterchor. Er ist dunkel und wirkt wie eine Krypta. Hier im Unterchor befindet sich ganz im Osten der Apsis eine außerordentlich fein gravierte Messing-Grabplatte mit der Gestalt des Bürgermeisters Lüneburg (1468). Sie zeigt die im Mittelalter übliche Ausrichtung einer Grabstätte: Das Haupt des Toten ruht im Westen, die Füße im Osten. So kann er Christus, das Licht der Welt, welches am Jüngsten Tage vom Osten her aufscheint, unmittelbar entgegenschauen. Über dem Unterchor erhebt sich der lichtdurchflutete Oberchor hinter der Triumphkreuzgruppe. Hier steht zu beiden Seiten das alte Chorgestühl der Franziskanermönche aus dem 14. Jahrhundert. Die Malerei über den Mönchssitzen stammt aus dem 15. Jahrhundert. Ursprünglich konnten die Ordensbrüder von ihrem Schlafraum, dem Dormitorium, im Obergeschoss des angrenzenden Klosters geradewegs in die Oberkirche gelangen, um hier fünf bis sieben Mal am Tage und in der Nacht ihre Stundengebete abzuhalten.

Der Besucher betritt von der Straße her den von Licht durchfluteten Kircheninnenraum. Die helle Farbe der Wände und Pfeiler mit ihrem aufgemalten roten Quadermuster entspricht der freigelegten  Originalfassung aus dem 14. Jahrhundert.

Der Fußboden ist vollständig mit steinernen Grabplatten bedeckt, denn die Katharinenkirche diente Lübecker Bürgern bis ins frühe 19. Jahrhundert als bevorzugte Grablege. Dies lässt sich auch an den schmuckvollen barocken und klassizistischen Grabkapellen im südlichen Seitenschiff ablesen.

Funktion der Katharinenkirche ab dem 16. Jahrhundert

Das Katharinenkloster der Franziskaner wurde 1530 durch die Reformation aufgehoben und die Klostergebäude als städtische Lateinschule genutzt, deren Name – »Katharineum« – noch heute an das alte Kloster erinnert. Die Kirche jedoch behielt ihre sakrale Funktion und wurde von den Vikaren der protestantischen Marienkirche mitbetreut. Erst mit der Besetzung Lübecks durch die napoleonischen Truppen (1803-1813) wurde St. Katharinen entweiht. Der Kirchenraum diente seit dieser Zeit verschiedenen nichtkirchlichen Zwecken. So sammelte man in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf dem Oberchor zahlreiche Altäre und Lübecker ›Altertümer‹, die seit 1915 im St. Annen-Museum bewahrt und präsentiert werden. Später diente die ehemalige Kirche unter anderem als Messehalle und als Lager.

Erst seit den 1920er Jahren, als das Gebäude dem St. Annen-Museum als Museumskirche zugeordnet worden war, gewann es durch den Rückbau der profanen Einbauten und die Präsentation sakraler Kunstwerke seine kirchliche Atmosphäre zurück. 1926 zeigte man im Rahmen einer großen Ausstellung zur Feier der 700 Jahre währenden Reichsfreiheit Lübecks die Gipsabgüsse  mittelalterlicher Skulpturen, die in Lübeck arbeitende Künstler im 15. und frühen 16. Jahrhundert für Kirchen im gesamten Ostseeraum geschaffen hatten. Denn in jener künstlerischen Glanzzeit Lübecks hatte die ‚Metropole des Nordens’ bedeutende Meister und Werkstätten an sich gezogen. Aus der Ausstellung von 1926 stammen auch die Gipsabgüsse der großen St. Jürgen-Gruppe gleich links am Eingang, des sitzenden Thomas von Canterbury in der Crispin-Kapelle vorne links und der Kreuzigungsgruppe im südlichen Seitenschiff.

Die eindrucksvolle St. Jürgen-Gruppe zeigt den Heiligen Georg – oder Jürgen, wie er in Norddeutschland heißt –, der den sich aufbäumenden gewaltigen Drachen mit dem Schwert erschlägt. Seitlich von ihm kniet  betend die Prinzessin, die der Ritter vor dem Untier errettet. Das Original des Lübecker Künstlers Bernt Notke, Ende des 15. Jahrhunderts, befindet sich in der Storkyrkan in Stockholm.

Erweckung des Lazarus

Rechts des Eingangs an der südlichen Stirnwand zur Königstraße befindet sich das Meisterwerk »Erweckung des Lazarus« von 1576 des venezianischen Malers Jacopo Tintoretto (1518–1594). Von diesem italienischen Kunstwerk ersten Ranges, das man hier im Norden gar nicht vermutet, ist bisher unbekannt, über welche Verbindungen es nach Lübeck gelangt ist. Es diente einst als Gedenkbild (Epitaph) in einer Familienkapelle. Die Wappen der Familien de Hane und Gude sind noch auf dem breiten Rahmen zu erkennen, der 1578 von Lübecker Malern für seine Anbringung an dieser Stelle der Kirche geschaffen wurde.

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