Das Museum

Die zwischen 1300 und 1360 errichtete Katharinenkirche stellt einen Höhepunkt der sakralen Architektur in Lübeck dar. Der lichtdurchflutete Backsteinbau war einst das Zentrum der Franziskaner im gesamten Ostseeraum. Bis 1531 diente St. Katharinen als Klosterkirche des Bettelordens, bis ins 18. Jahrhundert als Grablege, heute ist sie Museumsraum und Schulkirche des Katharineums.

 

Gemäß den Regeln der Zisterzienser, an die sich die franziskanische Architektur anlehnt, besitzt die dreischiffige Basilika keine Vorhalle und keinen Turm; lediglich ein zierlicher Dachreiter krönt den Dachfirst. Die ungewöhnlich reich gegliederte Westfassade ist geprägt von den hohen Zwillingsfenstern, den zahlreichen Blendnischen unterschiedlicher Größe und dem Wechsel zwischen schwarz-grün glasierten und unglasierten, roten Backsteinlagen. Für einige der Fassadennischen schufen Ernst Barlach und Gerhard Marcks in den 1930/40er Jahren lebensgroße Keramikskulpturen zum Thema „Gemeinschaft der Heiligen“.

 

Das Kircheninnere weist eine einmalige architektonische Besonderheit auf, einen zweigeschossigen Chor: Ein dreischiffiger, aus je sechs Jochen gebildeter, kryptenartiger Unterchor trägt den durch Lettner und Triumphkreuzgruppe vom öffentlichen Kirchenraum abgeteilten Oberchor. Dort steht bis heute das Chorgestühl aus dem 14. Jahrhundert, in dem sich einst die Mönche zum Gebet versammelten. Hierher gelangten sie direkt vom Dormitorium (Schlafraum) des angrenzenden Klosters (heute Schule und Stadtbibliothek). Während sich das schmale nördliche Seitenschiff dem unregelmäßigen Verlauf der Glockengießerstrasse anpasst, besitzt das gleichmäßig breite südliche Seitenschiff einige Kapellenanbauten. Die Katharinenkirche diente im Mittelalter mehr als 20 Bruderschaften als Andachtsort mit von ihnen gestifteten Kapellen und Altären, von den vornehmsten Gesellschaften bis hin zu den Spielleuten. Die Zirkelbrüderkapelle, die Gercken- und die Crispinkapelle zeugen noch heute davon. Einige der Altäre aus der Katharinenkirche werden im St. Annen-Museum präsentiert.

 

Die Wände und Pfeiler zeigen eine nahezu einheitliche Bemalung mit einem roten Fugennetz auf gebrochenem Weiß; es soll das Baumaterial der großen Kathedralen, den Haustein, imitieren. Nur die Laibungen der Schildbögen sind durch gemalte Apostelmedaillons in Ranken farblich akzentuiert. Der gesamte Fußboden der Kirche ist mit steinernen Grabplatten bedeckt. Schon seit dem Mittelalter war die Katharinenkirche eine beliebte Beerdigungsstätte für Lübecker Bürger. Eine der schönsten Grabstätten ist die große Messinggrabplatte des Bürgermeisters Lüneburg aus dem Ende des 15. Jahrhunderts im Unterchor.

 

Adresse
Königstraße, Ecke Glockengießerstraße
23552 Lübeck
Telefon 0451 - 122 4134
Telefax 0451 - 122 4183
Öffnungszeiten
Mai - September | Fr & Sa | 10-16 Uhr
Öffnungszeiten
für die Feiertage
Während der normalen Öffnungszeiten
auch an Feiertagen geöffnet.
Eintrittspreise
Erwachsene / Ermäßigte / Kinder:
2 / - / 1,50 €